Michaela Hanemann

Keimzellen Installation

Participative light art installation
silkpaper, beewax, cardboard, trash (paper, wire, digital prints), 2024

Keimzellen Installation 2024

Ausstellungen

2024 "Honigschleuder", Lichtbunker, Hannover, GER
2024 "Keimzellen", Kröpckeuhr, Hannover, GER

About the Work

Keimzellen ist eine raumgreifende Installation zwischen Skulptur, Lichtkunst und partizipativer Assemblage. Das Werk entfaltet sich als organisch wachsendes Gefüge aus wabenartigen Modulen, gefertigt aus Pappe, Seidenpapier, Bienenwachs, Fundstücken, Müllfragmenten, Zeichnungen und Digitaldrucken. Die fragile Materialität verbindet natürliche und industrielle Stoffe zu einem offenen System, das gleichermaßen an biologische Zellstrukturen, urbane Sedimente und kollektive Erinnerungsspeicher erinnert.

Im Zentrum der Arbeit steht das Motiv der Transformation: Durch Lichtprojektionen entstehen bewegliche Schattenräume, die den Innenraum der Waben scheinbar beleben. In einer Variante der Installation werden diese Schatten durch Besucher*innen mittels eines überdimensionalen Bienenflügels aktiviert; in einer anderen erzeugen Ventilatoren subtile Bewegungen, die die Lichtbilder pulsieren und atmen lassen. Die Schatten erscheinen dadurch wie immaterielle Organismen, flüchtige Gedankenformen oder imaginäre Lebensprozesse innerhalb der Zellenstruktur.

Der Titel Keimzellen verweist sowohl auf biologische Ursprünge als auch auf gesellschaftliche und geistige Prozesse. Die einzelnen Waben fungieren als Speicher und Projektionsflächen für Ideen, Erinnerungen und utopische Entwürfe. Aus scheinbar wertlosen Materialien entstehen fragile Räume des Werdens, Orte, an denen Kreativität als kollektiver, ständig wachsender Prozess sichtbar wird. Die Arbeit thematisiert damit auch Fragen von Nachhaltigkeit, Kreislaufdenken und kultureller Regeneration.

Kunsthistorisch lässt sich die Installation in eine Linie mit der Arte Povera einordnen, insbesondere durch die Verwendung einfacher, vergänglicher Materialien und die Betonung prozesshafter Veränderung. Gleichzeitig knüpft sie an Positionen der partizipativen Kunst und der Lichtkunst an, in denen Wahrnehmung und Aktivierung durch das Publikum integraler Bestandteil des Werks werden. Die organische Struktur der Waben evoziert darüber hinaus Assoziationen zu architektonischen Utopien, biomorphen Skulpturen sowie zu feministischen und ökologischen Diskursen über Gemeinschaft, Fürsorge und kollektive Intelligenz.

Die Biene erscheint dabei nicht allein als Symbol für Arbeit, Gemeinschaft und fragile ökologische Systeme, sondern auch als Metapher für künstlerische Produktion selbst: als permanenter Prozess des Sammelns, Transformierens und Vernetzens. Keimzellen versteht sich somit als lebendiges Bild einer Gesellschaft im Wandel, fragil, verletzlich und zugleich voller potenzieller Möglichkeiten.

Technische Anforderungen

Stromanschluss

Afterbloom Units - Detail